Die thermophile Vergärung bezeichnet den biologischen Abbau organischer Substrate in einer Biogasanlage bei hohen Prozesstemperaturen von typischerweise um die 55 °C unter dem Einsatz spezialisierter thermophiler Mikroorganismen. Dies unterscheidet sie von der mesophilen Vergärung, die bei mittleren Temperaturen (30 °C bis 40 °C, meist um 37 °C) arbeitet. Die thermophile Fahrweise beschleunigt die biologischen Stoffwechselprozesse drastisch, verkürzt die benötigte Verweilzeit im Reaktor und erzielt hohe Biogasausbeuten. Zudem bewirken die hohen Temperaturen eine zuverlässige Hygienisierung des Gärrests. Sie reagiert jedoch empfindlicher auf Temperaturschwankungen und erfordert einen höheren energetischen Eigenbedarf zur Fermenterbeheizung.
Fazit
Die thermophile und mesophile Vergärung sind zwei wichtige Verfahren zur Produktion von Biogas in Biogasanlagen. Die thermophile Vergärung bietet Vorteile wie schnellere Abbauprozesse und höhere Biogasausbeute, erfordert jedoch einen höheren Energieaufwand und eine genauere Prozesskontrolle. Die mesophile Vergärung ist stabiler und energieeffizienter, liefert jedoch eine geringere Abbaugeschwindigkeit und Hygienisierungsleistung. Die Wahl des geeigneten Verfahrens hängt von den spezifischen Anforderungen und Bedingungen der Biogasanlage ab.