3.600 eingesparte Tonnen CO₂ pro Jahr! Das ist eine wirklich beeindruckende Zahl. Und noch beeindruckender ist, dass die enorme Emissionseinsparung kein Wunsch, sondern Realität ist: Die Stadtwerke Bad Säckingen setzen bereits seit einiger Zeit auf eine Energiegewinnung durch Blockheizkraftwerke. Im Rahmen der größten Investition in der Geschichte der Stadtwerke wurden diese BHKW-Anlagen 2020 erneuert, vergrößert und flexibilisiert. Und die CO₂-Reduktion ist längst nicht der einzige Erfolg, der mit dieser Optimierung einherging.
Was die Stadtwerke Bad Säckingen zum Pionier auf dem Gebiet der nachhaltigen Energieerzeugung macht, erfahren Sie in dieser Fallstudie.
Zukunftsweisendes Energiemanagement aus dem Südschwarzwald
Direkt am Rhein gelegen, ist die Kleinstadt Bad Säckingen im Südschwarzwald ein echtes Beispiel für naturnahe Idylle. Nachhaltige Energieerzeugung ist hier seit jeher ein grundlegendes Thema, das fest in der Philosophie der Stadtwerke Bad Säckingen verankert ist. Bereits seit den 1980er-Jahren gibt es ein Wärmenetz, das sich über die Jahrzehnte hinweg stetig vergrößert hat. Heute umfasst es 15 Kilometer und gewährleistet, gemeinsam mit den BHKW der Stadtwerke, eine verlässliche Versorgung der Verbraucher.
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Um diese Versorgungssicherheit weiterhin zu garantieren und gleichzeitig auch die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien voranzubringen, haben sich die Stadtwerke Bad Säckingen dazu entschieden, ihre Kapazitäten weiter auszubauen, die bereits bestehenden Anlagen zu modernisieren und eine CO₂-neutrale Wärmeversorgung zu etablieren. Im Rahmen dieser umfassenden Modernisierung fand eine Umstellung von wärmegeführten auf strommarktgeführte BHKW statt. Im Heizwerk Süd wurden zudem drei BHKW und eine Wärmepumpe installiert sowie ein großer Pufferspeicher errichtet – alles mit dem übergeordneten Ziel, Bad Säckingen zu einer CO₂-neutralen Stadt zu machen.
Das Projekt – so leben die Stadtwerke Bad Säckingen Nachhaltigkeit
Die Stadtwerke Bad Säckingen sind ein klassischer kommunaler Versorger. Ihr 15 Kilometer umfassendes Wärmenetz ist dabei für die Gemeinde vergleichsweise groß. Doch dahinter steckt ein starker Grundgedanke: durch stetiges Wachstum auch als kleine Gemeinde auf kommunaler Ebene viel in der Wärmewende zu bewegen. Worte, denen in den letzten Jahrzehnten immer wieder Taten gefolgt sind. Dazu gehört auch das 2020 abgeschlossene Modernisierungsprojekt der bestehenden BHKW und des Heizwerks Süd, die seit Juli 2020 (wieder) in Betrieb sind.
Im Zuge dieses Projektes, das in seinem Umfang bisher einmalig für die Stadtwerke Bad Säckingen ist, kamen unterschiedlichste Maßnahmen zum Tragen:
· Erweiterung des Heizwerks Süd
Um eine noch passgenauere Wärmeversorgung zu ermöglichen, haben sich die Stadtwerke Bad Säckingen dafür entschieden, ihr Heizwerk Süd um drei Jenbacher Gasmotoren zu erweitern. So wurde das bereits bestehende Blockheizkraftwerk mit zwei Jenbacher Gasmotoren und einer Leistung von 1.657 kWel um 4.001 kWel erweitert. Die Leistung der BHKW liegt damit bei 5.658 kWel.
· Wechsel von wärme- auf strommarktgeführte BHKW
Während die BHKW-Anlagen zuvor rein wärmegeführt liefen, haben sich die Stadtwerke Bad Säckingen im Zuge der Modernisierung für einen strommarktgeführten Betrieb entschieden. Nun werden die BHKW-Module nicht mehr abhängig vom Wärmebedarf im Fernwärmenetz zu- oder abgeschaltet, sondern strommarktgeführt betrieben. Möglich ist das dank eines neu installierten Pufferspeichers auf dem Areal des Heizwerks.
Mit einem Volumen von 1.000 m³ ermöglicht er es, die BHKW-Module strommarktgeführt unabhängig vom Wärmebedarf zu fahren. Damit haben die Stadtwerke Bad Säckingen eine optimale Ergänzung zu anderen erneuerbaren Energien wie Solar- und Windenergie und deren wetterbedingten Schwankungen geschaffen. Denn sämtliche erzeugte Wärme lässt sich im Pufferspeicher zwischenspeichern und anschließend in das Fernwärmenetz einspeisen. Um zusätzlich den Gesamtwirkungsgrad der Anlage zu erhöhen, wird die durch die BHKW-Anlage erzeugte Niedertemperaturwärme der Gemischkühlstufe über eine Wärmepumpe in das Wärmenetz eingespeist. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz gegeben.
Ebenfalls neu ist, dass die Jenbacher Gasmotoren aufgrund des neuen Pufferspeichers jetzt flexibel mit jeweils rund 2.460 Betriebsstunden pro Jahr laufen. Flexibel heißt in diesem Kontext, dass die BHKW-Anlagen trotz Kraft-Wärme-Kopplung schnell auf Schwankungen im Stromnetz reagieren und die Residuallast decken können. Damit setzen die Stadtwerke Bad Säckingen beispielhaft eine bedarfsorientierte Erweiterung um.
· Flexibilisierung auf Basis des EEG
Sämtliche Maßnahmen, die die Stadtwerke Bad Säckingen für die Modernisierung ihrer Anlagen umgesetzt haben, wurden als Flexibilisierungsmaßnahmen nach dem EEG realisiert. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben laufen sowohl die bestehenden als auch die neuen BHKW-Module mit Biomethan.
· CO₂-neutral dank Biomethan
Um ihren Weg zur CO₂-Neutralität konsequent zu verfolgen, setzen die Stadtwerke Bad Säckingen auf Biomethan als Brennstoff für ihre BHKW-Anlagen – für eine umweltfreundliche und flexible Energieerzeugung. So bilden die drei biomethanbetriebenen BHKW das Herzstück der erweiterten Anlage. Gemeinsam mit der Bestandsanlage, die aus zwei ebenfalls biomethanbetriebenen BHKW besteht, lassen sich nun rund 6.200 kWth sowie etwa 5.700 kWel zur Verfügung stellen.
Die modernisierte BHKW-Anlage arbeitet dabei nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. In rund 2.460 Stunden pro Jahr erzeugen die Stadtwerke Bad Säckingen circa 14 Gigawattstunden Strom und 15,2 Gigawattstunden Wärme aus Biomethan.
Übrigens: Auch bei der Umsetzung der Maßnahmen spielte das Thema Ressourcenschonung eine wichtige Rolle. So nutzten die Stadtwerke Bad Säckingen Synergien in der Infrastruktur und konnten in einem Graben gleich mehrere Leitungen verlegen.
Eine Investition, viele Gewinne
Die Erweiterung des Heizwerks Süd war und ist für die Stadtwerke Bad Säckingen und für die Stadt ein weiterer wichtiger Meilenstein im kontinuierlichen Ausbau der kommunalen Wärmeversorgung. Die Vorteile, die die große Investition mit sich gebracht hat, sind dabei immens. So ist es nun möglich, durch den Ausbau der Fernwärmeerzeugung aus dem Heizwerk Süd jährlich rund 4.200 Megawattstunden Wärme zusätzlich zu produzieren und dadurch rund 3.600 Tonnen CO₂-Emissionen einzusparen. Die gesamte Jahreserzeugung von circa 14 Gigawattstunden Strom und 15,2 Gigawattstunden Wärme entspricht dem Jahresstromverbrauch von 4.500 Haushalten und dem Jahreswärmeverbrauch von 1.013 Einfamilienhäusern.
Während der produzierte Strom im öffentlichen Netz zum Einsatz kommt, wird die bei der Stromproduktion anfallende Wärmeenergie über das bestehende Fernwärmenetz zu den angeschlossenen Wohnungen sowie zu öffentlichen Einrichtungen transportiert. Die zusätzlich gewonnene Energie sollte nach damaliger Planung (Stand 2022) in den folgenden Jahren auch die Altstadt in Bad Säckingen mit Wärme versorgen. Mit diesem Projekt beweisen die Stadtwerke Bad Säckingen nicht nur Pioniergeist und echtes Engagement in Sachen Nachhaltigkeit, sondern machen auch eindrucksvoll vor, wie ein vermeintlich kleines Stadtwerk die Wärmewende sehr konsequent regional umsetzen kann.

