Mehr Klima- und Umweltschutz ist der Schwerpunkt des Koalitionsvertrags der Ampelregierung von 2021. Zahlreiche Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen sollen dafür sorgen, dass sich die Pariser Klimaziele einhalten und die Energiewende umsetzen lassen. Das wirkt sich auch auf die Energiebranche, auf den Strommarkt sowie auf sämtliche ihrer Akteure aus. Vor allem Fernwärmeversorger und Stadtwerke stehen durch den Koalitionsvertrag einigen Veränderungen gegenüber.
Welche das ganz konkret sind, was die Branche daraus lernen kann und was der Koalitionsvertrag für Strommarkt, Energiewende und erneuerbare Energiekonzepte bedeutet, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Der Ausbau der Wärmenetze
Ein Thema, dessen sich die Ampelregierung laut Koalitionsvertrag ganz explizit annehmen wollte, ist der deutschlandweite Ausbau der Wärmenetze. Vor allem für Fernwärmeversorger und Stadtwerke ist das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, lässt sich auf dieser Basis doch eine flächendeckende kommunale Wärmeplanung in Angriff nehmen, umsetzen und etablieren. Das zeigt, dass der Koalitionsvertrag auch ein klares Bekenntnis zu einer modernen Energieversorgung auf Grundlage erneuerbarer Energiekonzepte ist.
Hinzu kommt, dass im Wärmesektor laut Koalitionsvertrag bis 2030 ein Anteil erneuerbarer Energien von 50 Prozent erreicht werden soll. Für die Energiebranche sind das sehr gute Neuigkeiten, lässt das doch Förderungen für den Ausbau erneuerbarer Konzepte zur Energiegewinnung und -bereitstellung erhoffen.
Moderne Gaskraftwerke statt Kohlekraft
Der Kohleausstieg soll idealerweise schon bis 2030 vollzogen sein – so steht es im Koalitionsvertrag von 2021. Das bedeutet jedoch auch, dass eine Lücke in der bisherigen Energieversorgung entsteht, die dringend geschlossen werden muss. Schließlich steigt der Bedarf an Strom und Wärme in Deutschland weiterhin an. Deswegen setzte die Ampelregierung mit ihrem Koalitionsvertrag auf den Ausbau und die Modernisierung von Gaskraftwerken, um die Residuallast zu decken und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Auf diese Weise sollen sowohl Strom als auch Wärme jederzeit und garantiert verfügbar sein. Insbesondere flexible KWK-Systeme sowie Power-to-Heat-Anlagen haben in diesem Zusammenhang ein großes Potenzial, die Schlüsseltechnologien der Energiebranche zu werden. Zukunftssicher, verfügbar und klimafreundlich können KWK- und Power-to-Heat-Anlagen die Effizienz der Energiegewinnung und -bereitstellung entscheidend erhöhen.
Ein weiterer wichtiger Punkt, den der Koalitionsvertrag beinhaltet, ist die Förderung von Effizienztechnologien, worunter auch das Prinzip der KWK fällt. Gerade Gas-KWK-Anlagen können hier wertvolle Unterstützung für eine umwelt- und klimafreundliche Energieversorgung der Zukunft leisten. Ferner heißt es, dass neue Gaskraftwerke so gebaut werden müssen, dass sie leicht auf klimaneutrale Gase umgestellt werden können. Somit ergibt sich eine Versorgungssicherheit auf Grundlage moderner KWK-Anlagen, die heute schon wasserstofffähig (H₂-ready) gebaut werden. Laut Koalitionsvertrag ist Erdgas für eine Übergangszeit unverzichtbar. Künftig sollen die Anlagen jedoch von fossilen auf klimaneutrale Gase wie Wasserstoff umgestellt werden.
Abschließend heißt es noch, dass die Marktpreise bei der künftigen KWK-Förderung angemessen berücksichtigt werden.
Etablierung eines Emissionshandelssystems
Auch in Sachen Emissionen und CO₂-Bepreisung sieht der Koalitionsvertrag einige Änderungen vor. So unterstützte die Ampelregierung die Einführung eines zweiten europäischen Emissionshandelssystems (ETS 2) parallel zum bereits bestehenden EU-ETS. Dieses soll für die Sektoren Wärme und Verkehr gelten. Zudem steht die Regierung positiv zu einer CO₂-Bepreisung von 60 Euro pro Tonne ausgestoßenem CO₂.
Zwar geht der Koalitionsvertrag von 2021 nicht im Detail auf die Biogasbranche ein, hat aber einige spannende Ansatzpunkte, die auf eine vielversprechende Zukunft des Energiesektors hoffen lassen.
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