Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zu planen und zu bauen ist nur die eine Seite für einen erfolgreichen und reibungslosen Betrieb. Auf der anderen Seite stehen Wartung und Instandhaltung. Denn ein BHKW soll, wenn es erst einmal in Betrieb ist, optimal funktionieren. Die Basis dafür ist natürlich schon durch die richtige Planung und einen fachgerechten Bau sowie die korrekte Installation gelegt. Aber – es kommt auch auf die richtige Wartung, eine optimale Instandhaltung und einen bestmöglichen BHKW-Service an, um dauerhaft „Freude“ an seiner Anlage zu haben.
Welche Betreuung Anlagenbetreiber brauchen und welche Servicekonzepte für Wartung und Instandhaltung es für den Flexbetrieb gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Wartung oder Instandhaltung? Das sind die Unterschiede
Wartung und Instandhaltung spielen für jedes BHKW eine große Rolle. Das liegt einerseits daran, dass der genutzte Motor generell wartungsaufwendiger ist als beispielsweise ein Gaskessel. Andererseits erfordern die ständige Weiterentwicklung der Blockheizkraftwerke hinsichtlich ihrer Wirkungsgrade sowie gesteigerte Betriebszeiten eine regelmäßige Prüfung. Nur so kann ein BHKW jederzeit zuverlässig arbeiten und eine hohe Verfügbarkeit bieten. Um Probleme für Anlagenbetreiber zu vermeiden und den BHKW-Service besser zu regeln, gibt es die VDI 4680.
Als grundlegende Richtlinie hilft die VDI 4680 allen am Service Beteiligten, das heißt Planern, Betreibern, Herstellern und Servicepartnern, bei der Gestaltung eines Servicevertrags. Dabei gibt sie einen Überblick über die unterschiedlichen Anforderungen von Wartung, Instandhaltung und Instandsetzung:
Wartung
Diese dient dazu, den Soll-Zustand des BHKW zu erhalten. Hierbei geht es um die Überprüfung und ggf. die Erneuerung von Verschleißteilen und Betriebsstoffen.
Instandhaltung
Diese umfasst alle Maßnahmen, die den reibungslosen Betrieb einer BHKW-Anlage sichern – inklusive Inspektionen und Wartung.
Instandsetzung
Hier dreht sich alles um die Behebung von Störungen sowie die Wiederherstellung des Soll-Zustands einer BHKW-Anlage.
BHKW-Service – deswegen geht es nicht ohne
Fest steht, dass ein BHKW, das lange und verlässlich funktionieren soll, nach der Inbetriebnahme regelmäßig und sein Leben lang „gepflegt“ werden muss. Gemeint sind damit nicht allein die Wartung und Instandhaltung nach der Inbetriebnahme, sondern auch die Installation im Sinne von Servicefreundlichkeit. Gelegt wird die Basis dafür schon lange, bevor die Anlage überhaupt läuft. So sollte der Faktor BHKW-Service bereits beim Aufstellungskonzept Berücksichtigung finden, indem zum Beispiel ausreichend Platz und ein problemloser Zugang zu den servicerelevanten Positionen an den Komponenten der gesamten BHKW-Anlage eingeplant werden. Nur so sind ein zuverlässiger und langlebiger Betrieb sowie der wirtschaftliche Erfolg einer Anlage garantiert.
So oft sollte ein BHKW inspiziert und gewartet werden
Grundlage für die Häufigkeit des Service ist der Wartungsplan seitens des BHKW-Herstellers. Bei den Jenbacher Gasmotoren ist das abhängig vom Typ, hat doch jede Baureihe einen spezifisch abgestimmten Wartungsplan. Eine allgemeingültige Aussage, die für jedes BHKW gilt, lässt sich deswegen nicht treffen. Vielmehr entscheidet der jeweilige Typ über seinen Wartungsplan – je nach Fahrweise und abgestimmt auf den Flexbetrieb. Inspektionen sind je nach Baureihe alle 2.000 oder 3.333 Betriebsstunden vorgesehen.
Wichtig für den BHKW-Service ist: Eine solide Wartung und Instandhaltung sollten dem Betrieb einer jeden Anlage individuell angepasst sein. Ein guter Service mit einem verlässlichen Servicepartner sorgt für einen problemlosen BHKW-Betrieb und – nicht ganz unwichtig – für kalkulierbare Kosten. Allerdings gibt es eine Vielzahl von Anbietern und Dienstleistern auf dem Markt. Um hier den optimalen Service zu finden, sollten Sie sich als Anlagenbetreiber gut informieren, bevor Sie einen Servicepartner wählen.
Das sollte ein guter Servicepartner leisten
Wer einen wirklich passenden und individuellen Service für sein BHKW sucht, sollte bei der Wahl des Servicepartners darauf achten, dass dieser folgende Leistungen anbietet:
- regelmäßige Inspektionen
- zuverlässige Betreuung mit allen gängigen Originalersatzteilen
- garantierte Verfügbarkeit der richtigen (Spezial-)Werkzeuge
- ein Rundum-Paket (inkl. Reparaturen, Störungsbehebung, Fernwartung, vorbeugende Instandhaltung)
Zudem sollte der gewählte Servicepartner immer auf dem neuesten Stand der Technik sein. Dazu gehören auch regelmäßige Weiterbildungen und Schulungen der Mitarbeiter. Denn nur so ist ein optimaler und zeitgemäßer Service garantiert. Wichtig an dieser Stelle ist, dass der Servicepartner eine individuelle Betreuung anbietet – orientiert an den Anforderungen, die der jeweilige Anlagentyp hat.
Neben der Fachkompetenz und einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis sollten bei der Wahl des Servicepartners für einen guten BHKW-Service auch die Reaktionszeit, die Erreichbarkeit sowie die Ersatzteilverfügbarkeit beachtet werden.
Diesen BHKW-Service brauchen Sie für den Flexbetrieb
Im Vergleich zu den „Dauerläufern“ unter den BHKW-Anlagen ist der Flexbetrieb allgemein durch häufigere Starts und Stopps der BHKW-Anlage sowie durch weniger Betriebsstunden pro Jahr charakterisiert. Waren BHKW-Anlagen wegen der Auslegung des Förderregimes früherer EEG-Fassungen größtenteils im Dauerbetrieb aktiv, so gibt es seit der Einführung der Flexibilitätsprämie mit dem EEG 2012 immer mehr Anlagen, die im Flexbetrieb laufen. Konkret bedeutet das: Diese Anlagen erzeugen nur dann Strom, wenn der Markt ihn benötigt. Durch die höhere Starthäufigkeit steigt allerdings der Verschleiß des Motors. Aus diesem Grund müssen Wartung und Instandhaltung spezifisch an den Flexbetrieb angepasst sein.
Auf diese Punkte sollten Sie bei der Wahl des BHKW-Service achten
Die Wahl des Servicepartners entscheidet über Verfügbarkeit und Kosten. Vor der Entscheidung für eine Firma sollten Sie deswegen in jedem Fall prüfen, welche Referenzen diese hat. Zertifizierte Inbetriebnahme-Techniker, die die Inbetriebnahme Ihrer BHKW-Anlage vornehmen dürfen, müssen die Befähigung und auch die Erlaubnis vom Hersteller besitzen, die notwendige Software im Rahmen einer Erstinbetriebnahme aufzuspielen. Das ist extrem wichtig für die spätere Gewährleistung! Zudem müssen sie Kenntnisse in der Bedienung der Motorsteuerung haben sowie in Einstellung und Optimierung der notwendigen Regelkreise. Außerdem sollte ein Inbetriebnahme-Techniker die bei Inbetriebnahme vorgeschriebenen VDE-Messungen durchführen und protokollieren können.
Achten Sie zudem auf die Transparenz von Servicevereinbarungen und -verträgen sowie auf das darin enthaltene Kleingedruckte: Wie sieht es mit den Anfahrtskosten aus? Was ist mit Spesen oder eventuellen Übernachtungen – ist alles inkludiert? Und bietet die Servicefirma einen Pauschalpreis an? Wichtig sind zudem Zusatzleistungen, wie beispielsweise umfangreiche Messungen und deren Interpretation, um den Verschleißzustand am Motor auszumachen. Eine gute Betreuung zeichnet sich durch hohe Verfügbarkeit des Servicepartners, ein umfassendes und individuelles Leistungsangebot sowie niedrige spezifische Kosten aus. Es lohnt sich also in jedem Fall, mehrere Angebote einzuholen und in Ruhe abzuwägen!