Energas-Glossar

Grid-Code

Grid-Codes stellen spezifische Anforderungen an alle Stromerzeuger, die ins öffentliche Stromnetz einspeisen möchten. Maßgeblich sind heute der EU-Netzkodex für Erzeugungsanlagen (Verordnung (EU) 2016/631) und die Technischen Anschlussregeln VDE-AR-N 4105, 4110, 4120 und 4130; sie haben die früheren Netz- und Systemregeln der Übertragungsnetzbetreiber (TransmissionCode 2007) abgelöst. BHKW werden meist an das Verteilnetz angeschlossen, häufig an die Mittelspannung nach VDE-AR-N 4110. Diese Regeln sind entscheidend für die Aufrechterhaltung der Netzstabilität und -sicherheit, insbesondere angesichts des zunehmenden Anteils erneuerbarer Energien und dezentraler Energieerzeugungssysteme wie der Jenbacher Gasmotoren.

Grid-Code-Anforderungen
Die Grid-Codes definieren technische und betriebliche Mindeststandards, die von Stromerzeugungsanlagen erfüllt werden müssen, um eine sichere und zuverlässige Netzintegration zu gewährleisten. Diese umfassen spezifische Anforderungen zur statischen und dynamischen Netzstützung:

  • Statische Stabilität: Anforderungen an die Fähigkeit der Anlage, bei nominellen Betriebsbedingungen stabil zu laufen und zum Beispiel die Frequenz- und Spannungshaltung innerhalb definierter Grenzen zu unterstützen.
  • Dynamische Stabilität: Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit der Anlagen auf Netzstörungen, wie schnelle Frequenz- und Spannungsschwankungen, und ihre Fähigkeit, zur Wiederherstellung des normalen Betriebszustands beizutragen.

Technologische Anpassungen bei Jenbacher Gasmotoren
Die Jenbacher Gasmotoren sind ein Beispiel für fortschrittliche Technologien, die entwickelt wurden, um den strengen Grid-Code-Anforderungen gerecht zu werden:

  • Schnelle Reaktion auf Netzinstabilitäten: Aktuelle Jenbacher Motoren können innerhalb weniger Millisekunden auf Spannungseinbrüche reagieren. Diese Fähigkeit, Netzfehler zu durchfahren (Fault-Ride-Through, FRT), ist besonders wichtig, um die Anlagen während plötzlicher Netzstörungen am Netz zu halten und einen Beitrag zur Netzstabilisierung zu leisten.
  • Unterstützung der Netzstabilität: Durch ihre schnelle Reaktionsfähigkeit unterstützen diese Motoren die dynamische Stabilität des Netzes. Sie helfen, Spannungseinbrüche zu überbrücken, und tragen dazu bei, den normalen Netzbetrieb schnell wiederherzustellen.

Beitrag zur dezentralen Energieversorgung
Jenbacher Gasmotoren leisten einen wesentlichen Beitrag zur dezentralen Energieversorgung, indem sie nicht nur lokale und flexible Stromquellen bereitstellen, sondern auch das Netz aktiv stützen. Ihre Fähigkeit, strengen technischen Anforderungen zu entsprechen, macht sie zu einer wertvollen Ergänzung im modernen Energiemix, besonders in einem Energiemarkt, der zunehmend durch erneuerbare Energiequellen geprägt ist.

Fazit
Die Einhaltung der Grid-Code-Anforderungen durch Technologien wie die Jenbacher Gasmotoren ist entscheidend für die erfolgreiche Integration dezentraler Energieerzeugungsanlagen ins öffentliche Stromnetz. Diese Anforderungen gewährleisten nicht nur die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Stromnetzes, sondern fördern auch die Nutzung innovativer Technologien, die die Energieeffizienz verbessern und die Umweltbelastung minimieren. Dadurch spielen sie eine Schlüsselrolle in der zukünftigen Energielandschaft, insbesondere im Hinblick auf die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien und die Stärkung der Versorgungssicherheit.