Energas-Glossar

LEANOX-Regelung

Die LEANOX-Regelung, entwickelt von Jenbacher, ist ein Regelsystem zur Steuerung und Optimierung der Verbrennung in Gasmotoren, insbesondere zur Reduktion der Stickoxidemissionen (NOx). Dieses Verfahren spielt eine entscheidende Rolle bei der Minimierung von Umweltbelastungen durch Gasmotoren, die in einer Vielzahl von industriellen und energieerzeugenden Anwendungen eingesetzt werden.

Funktionsweise der LEANOX-Regelung

  • Lambda-Regelung: Das Herzstück der LEANOX-Regelung ist die präzise Steuerung des Verbrennungsluftverhältnisses, bekannt als Lambda. Das ideale Luft-Kraftstoff-Verhältnis (Lambda) ist entscheidend für die Effizienz der Verbrennung und die Minimierung der NOx-Emissionen.
  • Luftüberschuss-Management: Bei der LEANOX-Regelung wird ein Luftüberschuss eingesetzt, um die Verbrennungstemperaturen zu senken, was wiederum die NOx-Bildung signifikant reduziert. Dieser Luftüberschuss wird nicht durch direkte Messungen im Brennraum oder Abgasstrang gesteuert, sondern indirekt über Parameter wie Ladedruck, Motorleistung und Gemischtemperatur.
  • Unabhängigkeit von Sensoren: Ein bedeutender Vorteil dieses Systems ist, dass es ohne Sensoren im Abgasstrang oder Brennraum arbeitet. Dies erhöht die Zuverlässigkeit des Systems, da keine Sensoren vorhanden sind, die alterungsbedingt ausfallen oder regelmäßig gewartet werden müssen. Das senkt zudem Wartungskosten und -aufwand erheblich.

Vorteile der LEANOX-Regelung

  • Reduzierte NOx-Emissionen: Durch die Optimierung des Luftüberschusses und der Verbrennungstemperaturen sinken die NOx-Emissionen je nach Auslegung auf 500 bzw. 250 mg/Nm³, was die Umweltverträglichkeit der Anlagen verbessert. Für neue Gasmotoren mit Erdgas oder Biogas, die unter die 44. BImSchV fallen (ab 1 Megawatt Feuerungswärmeleistung oder genehmigungsbedürftig), gilt ein Grenzwert von 100 mg/Nm³ (für bestehende Anlagen gelten Übergangsfristen); er wird in der Regel nur mit einem zusätzlichen SCR-Katalysator eingehalten.
  • Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit: Die Unabhängigkeit von Sensoren im Abgas- und Brennraumbereich verringert die Störanfälligkeit und den Wartungsbedarf, was die Betriebssicherheit und Kosteneffizienz erhöht.
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Die LEANOX-Regelung kann an unterschiedliche Betriebsbedingungen und Brennstoffe angepasst werden, was sie besonders für Anwendungen mit variablen Lastbedingungen und unterschiedlichen Gasqualitäten geeignet macht.

Einsatzgebiete

Die LEANOX-Regelung wird vorrangig in Jenbacher Gasmotoren eingesetzt, die in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, als Notstromaggregate oder in dezentralen Energieerzeugungsanlagen zur Anwendung kommen. Die Technologie ist besonders geeignet für Szenarien, in denen strenge Emissionsstandards eingehalten werden müssen und eine hohe Betriebssicherheit gefordert ist.

Fazit

Die LEANOX-Regelung von Jenbacher stellt eine innovative Lösung dar, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bietet. Durch die effiziente Reduktion von NOx-Emissionen und die Minimierung des Wartungsaufwands trägt sie wesentlich zur Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz von Gasmotoranlagen bei.