Regelenergiemarkt
Der Regelenergiemarkt ist der marktwirtschaftliche Handelsplatz, auf dem die nationalen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) die benötigten Leistungsreserven über transparente Ausschreibungsverfahren beschaffen. Die Preisfindung hängt heute vom Produkt ab: Für die Primärregelleistung (FCR) gilt das Einheitspreisverfahren („Pay-as-Clear“), bei dem alle bezuschlagten Anbieter den Preis des höchsten noch bezuschlagten Gebots erhalten. Auch die Regelarbeit der Sekundärregelung und der Minutenreserve wird seit 2022 über die europäischen Plattformen PICASSO und MARI zu einem einheitlichen Grenzpreis vergütet. Das sogenannte „Pay-as-Bid“-Verfahren, bei dem jeder erfolgreiche Marktteilnehmer (z. B. Kraftwerks- oder Speicherbetreiber) genau den von ihm gebotenen Preis erhält, gilt nur noch für die Vorhaltung von Sekundärregelleistung und Minutenreserve.
Fazit
Der Regelenergiemarkt ist ein zentrales Instrument zur Sicherstellung der Netzstabilität und Versorgungssicherheit. Durch den Wettbewerb der Gebote entsteht ein Umfeld, das die kosteneffiziente Bereitstellung von Regelenergie fördert. Dies ist besonders wichtig angesichts der zunehmenden Integration erneuerbarer Energien und der damit verbundenen Schwankungen im Energieangebot. Trotz der Herausforderungen, die der Markt mit sich bringt, trägt er wesentlich dazu bei, die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten und die Effizienz der Energieversorgung zu verbessern.