Sie möchten, dass Ihr BHKW zuverlässig läuft, und das im Idealfall so lange wie möglich? Dann brauchen Sie genau zwei Dinge: eine solide Wartung und Instandhaltung, die dem Anlagenbetrieb individuell angepasst sind, sowie einen guten BHKW-Servicepartner. Denn gerade Letzterer sorgt für einen problemlosen BHKW-Betrieb und gleichzeitig kalkulierbare Kosten.
Wie Sie unter der Vielzahl von Anbietern und Dienstleistern den richtigen Servicepartner für Ihre Anlage auswählen und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.
Worauf es bei der Auswahl ankommt
Um unter den vielen Anbietern den optimalen Service zu finden, müssen Sie sich als Anlagenbetreiber vor der Wahl des Servicepartners gut informieren. Doch wie findet man diesen und was sollte er im besten Fall alles anbieten?
Das sollte ein guter BHKW-Servicepartner leisten
Wer einen wirklich passenden und individuellen Service für seine Anlage sucht, sollte bei der Wahl des BHKW-Servicepartners darauf achten, dass dieser folgende Leistungen anbietet:
- regelmäßige Inspektionen
- zuverlässige Versorgung mit allen gängigen Originalersatzteilen
- garantierte Verfügbarkeit der richtigen (Spezial-)Werkzeuge
- ein Rundum-Paket (inkl. Reparaturen, Störungsbehebung, Fernwartung und vorbeugender Instandhaltung)
Zudem sollte der gewählte Dienstleister immer auf dem neuesten Stand der Technik sein. Dazu gehören auch regelmäßige Weiterbildungen und Schulungen der Mitarbeiter. Denn nur so ist ein optimaler und zeitgemäßer Service garantiert. Wichtig an dieser Stelle ist, dass der Servicepartner eine individuelle Betreuung anbietet – orientiert an den Anforderungen des jeweiligen Anlagentyps.
Neben der Fachkompetenz und einem angemessenen Preis-Leistungs-Verhältnis sollten bei der Wahl des Servicepartners für einen guten BHKW-Service auch die Reaktionszeit, die Erreichbarkeit sowie die Ersatzteilverfügbarkeit beachtet werden.
Schauen Sie genau hin – und zwar schon vor BHKW-Inbetriebnahme
Bevor Sie sich allerdings überhaupt für eine Firma als BHKW-Servicepartner entscheiden, sollten Sie in jedem Fall prüfen, welche Referenzen der Partner Ihrer Wahl hat. IB-Techniker (Inbetriebnahmetechniker) müssen vom Hersteller befugt sein, bei der Erstinbetriebnahme die notwendige Software aufzuspielen – wichtig für die spätere Gewährleistung. Sie müssen Kenntnisse in der Bedienung der Motorsteuerung haben sowie in Einstellung und Optimierung der notwendigen Regelkreise. Außerdem muss ein IB-Techniker die bei Inbetriebnahme vorgeschriebenen VDE-Messungen durchführen und protokollieren können.
Hinterfragen Sie die Organisation des BHKW-Servicepartners
Wie sieht die Versorgung im konkreten Fall aus – werden für unvorhergesehene Ereignisse Servicetechniker bereitgehalten oder sind sie immer verplant und müssen im Notfall von anderen Baustellen abgezogen werden? Wie ist die Verfügbarkeit an Sonn- und Feiertagen? Werden die Servicekräfte generell dezentral eingesetzt? Denn je näher ein Techniker an Ihrem BHKW stationiert ist, desto schneller kann er im Fall des Falles reagieren. Sind die Techniker so aufgestellt, dass sie das erforderliche Spezialwerkzeug und gängige Ersatzteile im Fahrzeug mitführen, funktioniert auch die Ersatzteillogistik umso schneller.
Prüfen Sie die Zuständigkeiten des Servicetechnikers
Besprechen Sie mit dem Servicepartner, ob er auch Komponenten betreut, die nicht zum Motor gehören. Das wären etwa Lüftung, Abgaswärmetauscher, Katalysatoren oder Gasaufbereitung. Auch was die Abgasnachbehandlung angeht, sollte er Kompetenz vorweisen können.
Klären Sie in diesem Zusammenhang auch generell die Frage, welcher Leistungsumfang enthalten ist, wie viel zusätzliche Arbeiten kosten oder ob sich für Sie ein Full-Service-Vertrag rechnet. Er ist gerade bei Flex-BHKW, die nicht mehr für die Grundlast, sondern für den Flexbetrieb mit deutlich weniger Betriebsstunden und mehr Starts pro Jahr ausgelegt sind, durchaus sinnvoll.
Sie sollten sich zudem vergewissern, dass es beim BHKW-Servicepartner Ihrer Wahl nicht nur einen Servicetechniker gibt, der Ihre Anlage betreuen kann, sondern mehrere, damit Sie beispielsweise bei Urlaub oder Krankheit auch abgesichert sind.

Achten Sie auf die Messungen Ihres Servicepartners
Hier lohnt sich ebenfalls ein genauerer Blick: Erfasst der Servicetechniker bei der Wartung des BHKW auch den NOx-Gehalt im Abgas? Kann er bei der Interpretation der Ölanalyse beratend zur Seite stehen? Und nimmt er sämtliche Drücke auf und füllt den Wartungsordner aus? Schließlich bilden nur umfangreiche Messungen den Verschleißzustand am Biogasmotor auch zutreffend ab.
Doch nicht nur die Messung, sondern auch die Interpretation dieser Messdaten ist eine wichtige Beratungsleistung des Servicepartners. Denn oft sind es erst mehrere Parameter, die bei fehlerhaftem Betrieb zu einer wirklich sicheren Ursachenanalyse führen. Nur wenn alle Daten vollständig und regelmäßig aufgezeichnet werden, lassen sich mögliche Schäden rechtzeitig erkennen und effektiv beheben sowie größere Instandhaltungsarbeiten wie etwa eine Revision exakt planen. Und nur so kann auch Prävention für die Zukunft betrieben werden.
Bestehen Sie auf Individualität (gerade bei Flex-BHKW)
Verschärft wird die grundsätzliche Thematik der Messungen durch die zunehmende Flexibilisierung: Der Flexbetrieb weicht deutlich von der Fahrweise in Volllast ab. Dadurch ist der Motor ganz anders gefordert. Leider bewegt sich hier der Service-Markt noch zu langsam, viele Firmen haben ihre Verträge noch nicht an den Flexbetrieb angepasst. Umso wichtiger ist es für Sie, dass Sie einen Dienstleister finden, der Ihnen eine individuelle und für Ihre Anlage passende Matrix erstellt, nach der Serviceeinsätze gefahren und Servicekosten kalkuliert werden. Die Wartung sollte also nicht mehr nur von den Betriebsstunden, sondern auch von der Zahl der Starts abhängen.
Achten Sie auf Transparenz und Zuverlässigkeit bei Ihrem BHKW-Servicepartner
Achten Sie bei der Wahl Ihres BHKW-Servicepartners zudem auf die Transparenz von Servicevereinbarungen und -verträgen sowie auf das darin enthaltene Kleingedruckte: Wie sieht es mit den Anfahrtskosten aus? Was ist mit Spesen oder eventuellen Übernachtungen – ist alles enthalten? Und bietet die Servicefirma einen Pauschalpreis an? Wichtig sind auch Zusatzleistungen, wie zum Beispiel die umfangreichen Messungen und deren Interpretation, um den Verschleißzustand am Motor auszumachen. Ein guter Servicepartner zeichnet sich durch hohe Verfügbarkeit, ein umfassendes und individuelles Leistungsangebot sowie niedrige spezifische Kosten aus.
Zusammengefasst gilt also: Sich mehrere Angebote einzuholen und dann in Ruhe abzuwägen, lohnt sich in jedem Fall!