Förderung
03.06.2020

Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für ein BHKW

Zwei Personen besprechen eine technische Zeichnung am Bildschirm, daneben ein Schutzhelm
Hinweis: Dieser Beitrag ist vom 03.06.2020. Gesetze, Förderbedingungen und Fristen haben sich seitdem teilweise geändert – sprechen Sie uns für den aktuellen Stand gern an.

Ob Industrie, Gewerbe oder öffentliche Institutionen: Alle benötigen Energie in Form von Strom und Wärme – und zwar nicht gerade wenig. Um sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel zu schonen, kommt es für sie darauf an, ein Energieversorgungssystem zu wählen, das möglichst effizient und nachhaltig arbeitet. Zu den besten Lösungen zählt hier das BHKW. Nur denken daran die wenigsten. Und das, obwohl ein BHKW eine attraktive, ressourcenschonende Alternative zu herkömmlichen Energieerzeugungskonzepten ist. Woran das liegt? Daran, dass die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit sich ein BHKW lohnt, in vielen Fällen komplex erscheinen. Dabei ist das kein Herrschaftswissen.

Welche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen für ein BHKW gelten, welche Fördermittel es gibt und wann sich ein BHKW wirklich lohnt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was sind die wichtigsten Vorteile eines BHKW?

Blockheizkraftwerke können mit etlichen Vorteilen überzeugen, die gerade für Großverbraucher von Energie, wie Stadtwerke oder Industriebetriebe, interessant sind: Als Systeme der Kraft-Wärme-Kopplung produzieren sie Strom und Wärme gleichzeitig. So kann der Betreiber eines BHKW mit nur einem System von gleich zwei Energieformen profitieren. Hinzu kommt, dass Blockheizkraftwerke eine besonders effiziente Nutzung des Brennstoffs gewährleisten. Das reduziert den Bedarf an natürlichen Ressourcen deutlich und minimiert auf diese Weise den CO₂-Ausstoß. Neben fossilen Energieträgern, vor allem Erdgas, lassen sich auch erneuerbare Energieträger wie z. B. Biomasse oder daraus entstehendes Biogas besonders gut als Brennstoffe verwenden. Somit leisten Blockheizkraftwerke einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und schonen die Ressourcen der Erde. Um ein BHKW jedoch wirklich effizient nutzen zu können, müssen ein paar Voraussetzungen gegeben sein.

Welche BHKW-Voraussetzungen sollten grundsätzlich Beachtung finden?

Arbeitet ein Unternehmen beispielsweise im Schichtbetrieb, unterliegt der Energiebedarf an Strom und Wärme über den Tag und die Woche verteilt nur geringen Schwankungen. Er ist somit gleichmäßig hoch – oder sollte es zumindest sein. Für die Wirtschaftlichkeit einer BHKW-Anlage ist das ein großer Vorteil, arbeitet sie doch genau dann produktiv, wenn sie so lange wie möglich ohne Unterbrechung laufen und Strom sowie Wärme bereitstellen kann. Als eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein BHKW gilt deswegen: Je höher der konstante Wärme- und Strombedarf, desto besser die Wirtschaftlichkeit der Anlage. Im Umkehrschluss bedeutet das: Für einen Industriebetrieb, der lediglich einen hohen Strombedarf hat, jedoch kaum Wärme für Prozesse benötigt, lohnt sich der Einsatz eines BHKW in der Regel nicht.

Neben der Anwendung in der Industrie kommen BHKW-Anlagen klassischerweise auch in Wärmenetzen zum Einsatz. Dort herrschen optimale Bedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass das BHKW-Modul nicht überdimensioniert wird. Abhilfe schaffen an dieser Stelle ein Wärmespeicher sowie eine modulare Bauweise, um das Optimum aus dem Gesamtsystem herauszuholen. Denn BHKW werden meist in Verbindung mit einem Kessel errichtet, der die Spitzenlasten abdeckt.

Dabei ist auch darauf zu achten, dass ein solches Gesamtsystem ausreichend Platz benötigt. Deswegen ist die Kalkulation des Platzbedarfs ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Voraussetzung für ein BHKW.

Welche BHKW-Voraussetzungen muss ein Betreiber erfüllen?

Prinzipiell sollte sich jeder (zukünftige) Betreiber die Investition in ein BHKW und dessen späteren Betrieb zutrauen. Da die Technik des Gasmotors im BHKW etwas komplexer ist, ist an dieser Stelle auch die Wahl des richtigen Servicepartners für die Wirtschaftlichkeit der Anlage wichtig. Denn die regelmäßige Wartung und eine kompetente Betreuung gehören zu den BHKW-Voraussetzungen, um einen reibungslosen Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Außerdem können unnötige Reparaturkosten so schon im Vorfeld vermieden werden.

Wie viel kostet ein BHKW in der Anschaffung?

Die Kosten für ein BHKW hängen unter anderem von seiner Größe und seiner Qualität, von den Anforderungen des Nutzers sowie vom Hersteller ab. Bei Anlagen mit mittelgroßen bis großen Leistungen (also von 500 bis ca. 2.000 kWel) liegen die spezifischen Investitionskosten je nach Liefer- und Leistungsumfang zwischen 500 und 1.000 € pro installiertem Kilowatt elektrischer Leistung (€/kWel). Aber: Spezifische Kosten für eine Anlage, das heißt für ein BHKW-Modul einschließlich der zum Betrieb benötigten Peripherie, können je nach individuellen Anforderungen des Betreibers immer unter- bzw. überschritten werden – Inbetriebnahme und Installation inklusive.

In welcher Höhe liegen die Betriebskosten nach der Einrichtung der Anlage?

Zu den Voraussetzungen für ein BHKW gehört zudem, nicht nur die Anschaffungs- und Installationskosten zu berücksichtigen, sondern auch die Betriebskosten. So sind nach der Inbetriebnahme vor allem auch die Kosten für den Brennstoffeinsatz bzw. den Gasverbrauch sowie sämtliche Kosten für Instandhaltung, Versicherungen, Anlagenbedienung und -verwaltung einzukalkulieren. Eine anteilige EEG-Umlage auf selbst genutzten Strom, wie sie bis Mitte 2022 anfiel, wird seit Juli 2022 nicht mehr erhoben.

Außerdem ist ein weiterer Kostenfaktor hinzugekommen, der bei den Voraussetzungen für ein BHKW bedacht sein sollte. Denn seit 2021 wird nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) in den Sektoren „Wärme“ und „Verkehr“ ein nationaler CO₂-Preis auf das Inverkehrbringen fossiler Brennstoffe erhoben. Zwar zahlt diesen nicht der Betreiber direkt, der Preis schlägt sich jedoch unter anderem im Erdgaspreis nieder.

Welche Fördermittel für ein BHKW gibt es?

Wer ein BHKW betreiben will, muss jedoch nicht nur Geld ausgeben. Denn aufgrund seiner Umweltfreundlichkeit lässt sich mit einem BHKW auch einiges sparen: durch Fördermittel. So legt das KWK-Gesetz Zuschläge für KWK-Strom, z. B. aus Erdgas-BHKW, fest. Und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bietet eine Stromvergütung für Biogasanlagen an. Darüber hinaus gibt es über BAFA und KfW die Möglichkeit, verschiedene bundesweite Einzelmaßnahmen zur Förderung zu nutzen. Und auch die einzelnen Bundesländer haben eigene, individuelle Fördermaßnahmen, von denen Anlagenbetreiber profitieren können. Wer also die Voraussetzungen für ein BHKW prüft, sollte das Thema der Fördermittel unbedingt beachten.

Herausforderung BHKW-Voraussetzungen – wer hilft bei Fragen?

Die vielen verschiedenen Faktoren, die sich auf die Kosten und die Wirtschaftlichkeit eines BHKW auswirken, sind für einen Laien allerdings schwer zu überblicken. Deswegen sollte man sich als (neuer) Anlagenbetreiber – egal ob in der Industrie oder mit öffentlichem Träger – unbedingt einen kompetenten Berater an die Seite holen, der bei der Wahl des richtigen BHKW hilft. Denn dieser kann durch seine Expertise sicher beurteilen, ob wirklich alle Voraussetzungen für ein BHKW erfüllt werden und welche Anlage die richtige für den jeweiligen Zweck des Betreibers ist.

Sie haben noch Fragen zu den Voraussetzungen für ein BHKW? Planen Sie mit uns Ihre BHKW-Anlage und lassen Sie sich fachmännisch zum Thema beraten.

Weitere Beiträge

Luftaufnahme der Biogasanlage Gut Rixdorf mit Gasspeicher zwischen Feldern im Gegenlicht
Biogas
05.08.2026

Biogasanlage Rixdorf: Wie Flexibilisierung, BHKW und Pufferspeicher die Wirtschaftlichkeit steigern

Was Betreiber moderner Biogasanlagen von Gut Rixdorf lernen können. Ist Ihre Biogasanlage bereit für die Anforderungen von morgen? Vor dieser Frage stehen aktuell viele Betreiber von Biogasanlagen. Wie lässt sich eine Anlage auch in Zukunft wirtschaftlich betreiben? Lange Zeit galt für Biogasanlagen ein einfaches Prinzip, nämlich möglichst konstant Strom zu erzeugen.
Luftaufnahme der Biogasanlage Ottersberg mit Gasspeichern und Windrädern
Biogas, Energiewende
30.06.2026

Flexibilisierung von Biogasanlagen

Viele Betreiber von Biogasanlagen stehen aktuell vor derselben Frage: Wie lässt sich eine Anlage auch in Zukunft wirtschaftlich betreiben? Während Biogasanlagen früher vor allem auf eine möglichst konstante Stromproduktion ausgelegt waren, geht es heute vielmehr darum, Energie genau dann bereitzustellen, wenn sie wirklich gebraucht wird. Hier gewinnt die Flexibilisierung von Biogasanlagen zunehmend an Bedeutung. Was […]

Weitere Einblicke ins Kunden­portal

Dashboard-Übersicht

Dashboard-Übersicht

Dashboard-Übersicht