Umwelt
26.02.2020

Darum ist Erdgas ressourcenschonend

Küstenkraftwerk der Stadtwerke Kiel mit Motorenhallen und hohen Schornsteinen
Hinweis: Dieser Beitrag ist vom 26.02.2020. Gesetze, Förderbedingungen und Fristen haben sich seitdem teilweise geändert – sprechen Sie uns für den aktuellen Stand gern an.

Strom wurde 2019 noch mehrheitlich aus konventionellen Energieträgern wie Kohle und Kernenergie erzeugt. Gleichzeitig stammten im selben Jahr rund 46 Prozent unseres Stroms bereits aus regenerativen Quellen. Und weitere alternative Energiekonzepte stehen schon bereit und warten auf ihren Einsatz. Um die Einbindung dieser in das Energiesystem zu gewährleisten und gleichzeitig die geplanten Kern- und Kohlekraftwerksabschaltungen teilweise zu kompensieren, braucht es auch regelbare Kraftwerke wie Gaskraftwerke, die die eingesetzten Energieträger besonders effizient nutzen. Warum gerade Erdgas so ressourcenschonend ist und was das für (zukünftige) Betreiber von BHKW-Anlagen bedeutet, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Gasförmig und besonders ressourcenschonend – diese Vorteile bietet Erdgas

Fest steht, dass der Anteil erneuerbarer Energien weiter steigen soll. So ist es geplant, bis zum Jahr 2030 mindestens 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Doch damit das wirklich funktioniert, müssen drei Punkte garantiert sein: Versorgungssicherheit, Preisstabilität und Effizienz. Als Ergänzung zu Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse spielen konventionelle Energieträger wie Erdgas dabei eine wichtige Rolle. Sie helfen, den Atomausstieg, der am 15. April 2023 vollzogen wurde, zu kompensieren und die Energieversorgung im Land sicherzustellen. Der große Vorteil von Erdgas? Mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), beispielsweise durch ein BHKW, gilt es als ressourcenschonend und ist flexibel sowie dezentral einsetzbar. KWK ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig, macht sie es doch möglich, die Effizienz auf die Spitze zu treiben.

Im Vergleich zu Kohle oder Heizöl verbrennt Erdgas durch seinen geringen Kohlenstoffanteil besonders schadstoffarm. Unter allen fossilen Energieträgern weist es die geringsten Treibhausgasemissionen und Feinstaubbelastungen auf. Vor allem in technischen Anwendungen überzeugt Erdgas mit hohen Wirkungsgraden und bietet flexible Einsatzmöglichkeiten. In Gewerbe, Handel und Dienstleistung senkt die Umstellung von Öl auf Gas-Brennwerttechnik den Ausstoß von CO₂ um bis zu 30 Prozent. Damit gilt Erdgas als emissionsarm, besonders sauber und extrem effizient.

Ein weiterer, ganz wesentlicher Pluspunkt ist das bereits vorhandene und extrem gut ausgebaute Erdgasnetz. Seine Infrastruktur bildet den mit Abstand größten Energiespeicher Deutschlands. Darüber hinaus ist es möglich, dem Erdgas im Netz zunehmend erneuerbare Synthesegase beizumischen, um sie noch klimaschonender zu machen. Somit ist Erdgas neben den erneuerbaren Energien schon heute eine ressourcenschonende Alternative. Das macht Erdgas nicht nur zu einem Energieträger mit Zukunft, sondern vielleicht sogar zum Energieträger der Zukunft.

Ressourcenschonendes Erdgas vs. andere fossile Brennstoffe – das zeigt der Vergleich

Welche Vorteile Erdgas beim CO₂-Ausstoß gegenüber anderen fossilen Brennstoffen wie Kohle bietet, veranschaulicht die folgende Grafik:

Balkendiagramm kg CO2 je kWh: Naturgas 0,2, Heizöl 0,28, Braunkohle 0,36, Holz 0,39
© 06/2015 by Volker Quaschning, Quelle: https://www.volker-quaschning.de/datserv/CO2-spez/index.php

Während Braun- und Steinkohle fast 0,4 kg CO₂ pro kWh Brennstoffenergie freisetzen, liegt Heizöl mit 0,28 kg CO₂/kWh bei deutlich geringeren Emissionen – was im direkten Vergleich immer noch viel ist. Erdgas erweist sich an dieser Stelle als wesentlich klimafreundlicher. Mit nur rund 0,2 kg CO₂ je kWh Brennstoffenergie zeigen sich Flüssig- und Erdgas hier als deutlich klimafreundlichere Alternative. Lässt man nun noch die Wirkungsgrade einfließen, die bei der KWK im Vergleich zur getrennten Erzeugung besonders hoch sind, werden die Unterschiede bei den CO₂-Emissionen je Endenergie (Strom, Wärme) noch deutlicher.

Diese Branchen setzen auf ressourcenschonendes Erdgas

Ganz egal, ob Privathaushalt, Wirtschaft oder Industriebetrieb – alle brauchen Strom und Wärme. Dabei haben vor allem Industriebetriebe einen hohen Bedarf: 2016 entfielen nach Angaben des Branchenverbands BDEW knapp 40 Prozent des Gasabsatzes auf die Industrie, dabei insbesondere auf die chemische Industrie. Auch hier erweist sich Erdgas als vorteilhaft, hält es Temperaturen doch präzise und zuverlässig. Auch in Gewerbe und Handel sowie bei Dienstleistern ist Erdgas ein wichtiger Wärmelieferant.

Im Zusammenhang mit der Nutzung von Erdgas sind auch Gaskraftwerke ein wichtiges Thema. Durch ihre Flexibilität sowie ihre Dezentralität können sie bedarfsgerecht hoch- und heruntergefahren werden, womit sie Versorgungsschwankungen im Stromnetz ausgleichen und so das Risiko von Netzengpässen minimieren. Gerade in Zeiten, in denen die volatilen Energieerzeuger stetig zunehmen, sind Gaskraftwerke die idealen Partner, um die Energiewende versorgungssicher und ressourcenschonend zu gestalten.

Zudem bieten Gas-Blockheizkraftwerke eine der effizientesten und umweltschonendsten Möglichkeiten für eine Strom- und Wärmeerzeugung mit fossilen Brennstoffen.
Auch deswegen setzen Industrie und Gewerbe vorrangig auf Erdgas, wenn sie Effizienz- und Klimaziele erreichen wollen. Weiterhin sind strengere Auflagen in Bezug auf Emissionen mit Erdgas wesentlich leichter umzusetzen, weil es emissionsarm verbrennt. Entscheidende Vorteile haben an dieser Stelle auch Stadtwerke. Sie können ein effizientes BHKW in ein Nahwärmenetz einbinden. Das wiederum kann u. a. den Primärenergiefaktor im Netz senken sowie die Wirtschaftlichkeit durch den zusätzlichen Stromerlös erhöhen.

Ressourcenschonendes Erdgas und seine Potenziale richtig nutzen

Es steht also außer Frage, dass insbesondere die Industrie ein großes Potenzial für die Nutzung von Erdgas bietet – zumal sich hier in Sachen Umwelt- und Klimaschutz noch einiges tun kann. Aber auch städtische Institutionen wie Schwimmbäder oder Stadtwerke, die Wärmenetze betreiben, können extrem von erdgasbefeuerten BHKW-Anlagen profitieren.

Gerade vor dem Hintergrund, dass es in Deutschland seit dem 15. April 2023 keine aktiven Atomkraftwerke mehr gibt und die Bundesrepublik bis spätestens 2038 alle Kohlekraftwerke abschalten soll, spielen alternative Energiekonzepte eine entscheidende Rolle. Denn in der Stromversorgung des Landes entsteht in jedem Fall eine Lücke, die es zu schließen gilt. Und genau hier können Gaskraftwerke ihre Vorteile mit Sicherheit ausspielen.

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